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Du bist, was du postest?

„Wenn du es nicht gepostet hast, hast du es auch nicht erlebt.“ Dieser neue Leitspruch scheint angesagter denn je. Zeig, was du hast, was du kannst, wer du bist. Aber bitte nur die geschönte Wahrheit: Fitness, Events, Goodies, Shootings. Und wenn du aktuell nichts postest, erlebst du auch nichts oder hast was zu verbergen. Ganz im Ernst: Seit wann haben wir unser Leben so öffentlich gemacht, so sehr untereinander konkurriert und so sehr auf unser Auftreten und Prestige geachtet? Und vor allem: Wo soll das noch hinführen?

Ich habe mich seit einiger Zeit von dem Social-Zirkus etwas zurückgezogen. Nicht nur, weil mir manche Dinge (unter anderem der Kennzeichnungswahnsinn) negativ aufstoßen, sondern auch, weil ich gar keine Zeit hatte, etwas zu posten. Vollzeitjob, Familie, Haushalt, Freunde: Diese Realität ist doch viel wichtiger als die vorgegaukelte Wahrheit auf unseren Profilen. Und nur, weil ich aktuell wenig poste heißt es ja nicht, dass ich nichts erlebe oder unzufrieden bin. IM GEGENTEIL! Ich erlebe so viel und bin damit so happy, dass ich gar nicht darüber nachdenke die Kamera zu zücken, sondern einfach den Moment genieße.

Von wegen #FürMehrRealitätAufInstagram

Ich will auch gar nicht darüber schreiben, was die modernen Plattformen mit uns machen können, wie sie unsere Sichtweisen beeinflussen und uns manchmal an uns selbst zweifeln lassen. Ich kann nur schreiben, dass ich mich im echten Leben deutlich wohler fühle und daher auch in Zukunft gerne mal meine Auftritte im Netz vernachlässigen werde. Weil ich dadurch keinen Nachteil habe. Wenn ich mal Lust habe, etwas mit euch zu teilen, mich mit euch auszutauschen, werde ich das gerne machen. Aber eben nur dann. Und nicht, weil ich denke, ich muss zeigen, was ich kann und habe.

Seid euch immer bewusst, dass alles, was gepostet wird, doch immer nur ein klitzekleiner Teil des Lebens darstellt und ein kunterbunter Account von einer Person geführt werden kann, die vielleicht noch mehr Sorgen hat als diejenige, die immer nur düstere und chaotische Bilder postet. Und viel wichtiger: Seid dankbar für das, was ihr habt, für eure Gesundheit, eure Liebsten und euer eigenes Glück. Und schielt nicht immer auf das vermeintliche Glück Anderer.

Oder wie seht ihr das? Postet ihr auch nur positive Dinge? Und schielt ihr ab und zu auf die ach so perfekten Profile der Influencer und beneidet sie ein wenig? Ich freu mich wie immer auf eure Kommentare und den Austausch!

4 thoughts on “Du bist, was du postest?

  1. Ich halte den Trend des nur positiven Geposte eher für rückläufig. Es ist noch unglaublich stark vertreten, keine Frage. Dennoch langweilt das Glatte doch zusehends. Die Menschen sehnen sich nach Schönheit. Nur halt auch mehr nach der echten Schönheit. Somit lese ich es gerne wenn du meinst, dass du das hier auch mal gerne vernachlässigst. Es ist wie mit Allem. Die Dosis macht es aus.

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